Route des Grandes Alpes 2022

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  • Cuneo
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  • Ulm
  • Heimfahrt

Vorgeschichte

Die ist schnell erzählt.
Seit 2014 fahren wir jedes Jahr mit unseren Mopeds für ein paar Tage los.
Nachdem wir die letzten beiden Jahre unser Heimatland aus Angst vor sich plötzlich verändernden Coronaregeln nicht verlassen haben, wollten wir in diesem Jahr mal wieder über den Rand der Sauerkrautregion hinausblicken.
"Auf nen Kaffee nach Nizza" war die Devise.

Anders als in den vorherigen Jahren hatten wir wenig Gelegenheit die Tour als Gruppe zu planen. Die Aufgaben wurden verteilt und von den "Verantwortlichen" in hervorragender Weise umgesetzt.

Danke Jungs.

2022 Kaffe in Nizza
2022 Kaffe in Nizza

Die Anreise

Friesenheim (Baden-Württemberg, Schwarzwald)
Wenn man in Norddeutschland lebt ist am ersten Tag fast immer "Kilometerfressen" angesagt. Da bleibt dann auch kaum eine Alternative zur Autobahn. Das Wetter war gut, wir kamen gut voran.
In Friesenheim hatten wir Zimmer im "Landgasthof Ochsen" gebucht. Die Terasse sah einladend aus und wir hatten das Glück noch einen Tisch zu ergattern. Wir genossen das "Rothaus Bier" und das leckere Essen. Von Ksenija und Lenn wurden wir bestens versorgt. Beide waren sehr jung, haben auf unsere neugierigen Fragen zur Region und den lokalen Spezialitäten ehrlich geantwortet das sie die Fragen noch nicht beantworten können. Dann haben sie sich erkundigt und uns mit dem soeben gelernten Informationen bereichert. Das war wohl eine Win-win- Situation. Diese erfrischende Ehrlichkeit hat uns sehr beeindruckt.
Landgasthof Ochsen
Adlerstraße 1
77948 Friesenheim

Mein Zimmer war sehr gemütlich, für mich: "Immer wieder gern!"
Zitat von einem Poster an der Wand.

"Frauen sind zwar nicht perfekt aber die aus dem Schwarzwald sind verdammt nah dran."
2. Tag Morzine
Wechselbad der Gefühle.
Der Himmel war grau und es regnete, war zwar nach den Vorhersagen zu erwarten, aber passte nach den vielen Wochen mit Sonnenschein und Trockenheit so gar nicht in die Wunschliste und drückte auf die Stimmung. Das Frühstück mit einer sehr reichhaltigen Auswahl sorgte jedoch für eine deutliche Anhebung der Gemütslage. Kaum zu glauben, doch wir haben sogar gelächelt. :-)
Der Start gestaltete sich etwas holperig. Das Verstauen des Gepäcks war noch nicht so routiniert und der Regen erschwerte die Navigation ein wenig.
Bernd (E.) hat dann aber doch den richtigen Weg aus dem Ort gefunden und wir machten uns auf den Weg in Richtung Schweiz. Mit Ausnahme eines kleinen Stückes Autobahn sind wir dann nur noch Landstraßen gefahren. Das Wetter wurde von Stunde zu Stunde besser und wir hatten zwischenzeitlich sogar wieder Sonnenschein.
Ein besonders schöner Moment war der erste Blick auf den Genfersee. Wir kamen von oben auf Lausanne zugefahren und vor uns tauchte der See plötzlich auf. In mir machte sich ein heiteres Gefühl breit und das schien auch andere Personen ergriffen zu haben. Gleitschirmflieger vollführten übermütige Flugmanöver und landeten auf Luftkisseninseln im See. Es hat Spaß gemacht denen zuzusehen. Wenn man dem extrem zähfließendem Verkehr etwas positives abgewinnen will, er gab uns die Gelegenheit die schönen Bauten und den tollen Blick auf den See für eine etwas längere Zeit zu genießen.
Das Hotel
Les Mazots fes Fées
Chemin Imperial 203
74110 Morzine
+33 771815165

In dem Zimmer war alles recht neu.
Der Schrank bot ausreichend Platz für die Klamotten von Motorradfahrern. Das Bad war TOP.
Leider gab es keine warmen Speisen. Die Käseplatte und auch die Wurstplatte waren zwar lecker, jedoch nicht das, was man nach einem ganzen Tag ohne Essen auf dem Moped als Abendessen anstrebt.
Wir hatten alle schon so unsere traurigen Erfahrungen mit französischen Frühstücken gemacht und waren sehr positiv überrascht von dem reichhaltigen und schmackhaften Angebot.

Frisch gestärkt wagten wir uns in das regnerische, doch zum Glück nicht so kalte Wetter auf die Böcke und machten uns auf den Weg nach Valloire.
3. Tag Valloire
Bernd E., normalerweise unser „Road Captain” hatte Probleme mit seinem Navi. Bernd P. übernahm das Vorausfahren und führte uns über die Pässe:
Col de l'Encrenaz (1433 m)
Col du Châtillon-sur-Cluses (742m)
Col de Megève (1115 m) und
Col des Saisies (1650 m)
immer weiter nach Süden und dem besseren Wetter entgegen.
Das Navi von Bernd P. meldete sich dann wieder Dienstbereit und er übernahm seine gewohnte Rolle wieder.
Wir querten die Pässe:
Col du Méraillet (1605 m)
Cormet de Roselend (1968 m)
Auf den Cormet de Roselend hatte ich mich besonders gefreut. Es war einer der wenigen Pässe auf dieser Route den ich noch nicht befahren hatte und im Vorfeld der Tour lass ich viele positive Berichte zu dem Pass. Auch wenn es auf dem Streckenabschnitt am heftigsten regnete waren die Ausblicke teilweise wirklich schön. Auf der Passhöhe sollte eigentlich das erste richtige Gruppenbild entstehen. Ein Radfahrer bot sich an dieses Foto zu schießen. Leider hatte er wohl so kalte Finger das er den Auslöser nicht fand und ich war so blöd die Aufnahme in dem Regen nicht gleich zu kontrollieren.
Auf dem weiteren Weg hörte es auf zu regnen und wir fuhren auf den Col de l'Iseran (2770 m).
Vor einigen Jahren trafen wir am Col de l’Iseran auf Schnee, in diesem Jahr haben wir ihn fast verpasst, die Sichtweite in dem Nebel der uns umgab, lag bei geschätzten 10 m. Wir tuckerten auf dem Weg hinauf hinter einem Tieflader her, dessen Führerhaus wir nur manchmal sahen. An ein Überholen, ohne gleichzeitig suizidale Absichten zu hegen, war nicht zu denken. Auf dem Weg nach unten riss die Bewölkung plötzlich auf und wir genossen die weitere Route über den Col de la Madeleine (1746 m) und den Col du Télégraphe (1566 m). Trocken und gut gelaunt erreichten wir das gebuchte Hotel und freuten uns auf den Ausgleich unseres Flüssigkeitshaushalts.
Das Hotel

Hôtel-Chalet les Mélèzes
Rue de Tigny
73450 Vallore
+33 479490344

Mein Zimmer war geräumig, verfügte über einen Schrank mit ausreichend Stauraum und einem guten Bett. Mit gutem Bett meine ich eine Matratze, in der noch niemand die Telefonnummer des nächsten Osteopathen hinterlassen hat. Der Stauraum des Schrankes ist mir immer wichtig weil ich es Hasse wenn ich um mein, auf dem Boden verteiltes Gepäck, im Slalom zur Toilette gehen muss. Da ich auf den Touren gerne mit der einen oder anderen Kamera ein paar Aufzeichnungen tätige und die Möglichkeit nutze über ein Kommunikationssystem die nächste Pipipause anzumelden, benötige ich ausreichend Steckdosen in meinem Zimmer, auch die waren hier vorhanden. In der Leselampe am Bett war sogar ein USB-Ladeanschluss verborgen.
Also, Zimmer und Bad, perfekt.
Das Restaurant konnten wir leider nicht testen. Am ersten Abend konnten wir keinen Platz mehr ergattern. Das Essen muss wohl gut gewesen sein. Das Restaurant war jeden Abend ausgebucht. Wir verzichteten auch am zweiten Abend auf eine Reservierung. Meine bescheidenen Französischkenntnisse und mein Übersetzungstool kamen bei dem Inhalt der Speisekarte zwei Mal auf das Wort „Leber“, das war mir genau zwei Mal zu viel.

Das Frühstück war hervorragend. Für jeden Geschmack gab es ein Angebot. Es fehlte zwar mein geliebtes Rührei doch es gab Eier, die man sich in einem Wasserbad selbst kochen konnte. Also nicht das „Einheitsstaubtrockenei“.
Sogar der Kaffee, obwohl aus dem Automaten, war wirklich gut.
Das Highlight war jedoch das süße Brot das ich schon aus Hauterives kannte. Es heißt „Brioche aux pralines“, ein süßes Hefebrot bestückt mit Mandeln die mit rosa Zucker überzogen sind. Ich finde es köstlich.
Das Hotel eignete sich sehr gut als Basisstation für eine Tagestour in den umliegenden Alpen.



Auf unseren abendlichen Spaziergängen durch den Ort dachten wir am Hotel „Christiania“ immer wieder gern an unseren Aufenthalt im Jahre 2015 zurück. Wenn wir zuerst auch traurig waren dort in diesem Jahr kein Zimmer bekommen zu haben, waren wir mit der Aktuellen Unterkunft auch sehr zufrieden.
Anstatt eines französischen, mehrere Gänge umfassenden Menüs, landeten wir, nach intensiven Studien der sonstigen Speisekarten, an beiden Abenden im „Restaurant La Pizza“.
Sicherlich hatte der nette Empfang am ersten Abend schon ein „Band der Sympathie“ geknüpft. Wir betraten den Raum, der Wirt musterte uns und führte uns Wortlos durch den vollen Gastraum in den Keller. Dort waren zwar auch schon viele Tische belegt doch hatte er noch einen Tisch für uns. Mehrere, für Ihr Alter sehr umsichtige Damen und ein gutes Küchenteam, sorgten für unser leibliches Wohl. Gemessen an den Preisen der sonst im Ort gefundenen Preislisten war das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut.
4. Tag Rundtour Alp d'Huez...
Der Plan, eine Rundtour über im Westen von Valloire.
Da der Weg aus der Stadt immer über einen Pass führt starteten wir in Richtung Col du Galibier. In den letzten Jahren habe ich diesen Pass mehrfach mit dem Motorrad überquert. Doch ich freue mich jedes Mal wieder darauf. Ich liebe die beiden Stellen an denen man das Gefühl hat die Straße führt geradewegs in den Himmel. Ich genieße den Blick vom Scheitelpunkt ins Tal in Richtung Südwesten vor allem, wenn es nicht neblig ist. Ich erschrecke mich immer wieder in der gleichen langegezogenen Linkskurve beim Überfahren der Bodenwelle und frage mich dann auch immer wieder warum kann ich mir diese Stelle nicht merken?
Da dieser Pass für mich in der Regel der Erste zu Beginn einer Tagesetappe ist, spüre ich an der Brücke am Fuße des Passes wie mein Adrenalinspiegel steigt, eine Welle von Aufregung und Vorfreude mich durchströmt und genieße die folgenden Kilometer wie selten eine Strecke. Wieder daheim betrachte ich wehmütig die Fotos, die die Griffe-Fotografen von meinen Freunden und mir geschossen haben und könnte gleich wieder durchstarten. Der Pass wird, so glaube ich, für mich nie langweilig.
Genug der Gefühlsduselei, die Sonne hat die letzten Hochnebelfelder aufgelöst und verzaubert die Ausblicke auf die Berge und sorgt für wunderschöne Farben auf den Seen neben der Stecke. Wir erreichen L‘Alp d’Huez und wollten eigentlich in Richtung „Altiport“ abbiegen, haben die Abzweigung aber zum Glück verpasst. Nun landeten wir nördlich des Ortes in der Gaststätte „La Plage des Neiges“. Wir wollten ursprünglich nur etwas trinken und kurz mal vom Moped. Unser Dusel hielt sogar noch an, wir ergatterten einen der wenigen freien Plätze und beobachteten das Personal, das wie Bienen die Tische umschwärmte und den Gästen köstlich aussehende Speisen servierte. Plötzlich gelüstete es uns nach mehr als nur einem Getränk. Passend zum Wetter bestellten wir spontan einen Salat, bis auf Volker, der wollte etwas Süßes. Wir waren uns schnell einig, es war einer der besten Salate die wir in den letzten Jahren gegessen haben.
So gestärkt fanden wir nun auch den Weg zum „Altiport“ und den Weg daran vorbei in Richtung Col de Sarenne. Diese Strecke dürfte recht unbekannt sein, sie ist auf der Karte unscheinbar und verbindet nicht gerade bekannte Orte. Aber, wer diese Straße jemals gefahren ist, wird sich gern daran erinnern. Wunderschöne Aussichten und eine anspruchsvolle Straßenführung lassen ein wenig Abenteuerfeeling aufkommen. Diese Route bedeutete zwar das wir nun auf unserem Weg zum Col de la Croix einen Teil der Strecke noch einmal fahren mussten, doch, nicht nur der Blick auf den Stausee „Lac du Chambon“ entschädigt für diese Wiederholung. Der nun anvisierte Col weckte in mir die Erinnerung an unsere Tour im Jahre 2015. Auf der Fahrt zur Passhöhe rannte damals ein Murmeltier auf die Straße, direkt auf Bernds Motorrad zu, es sah nach Angriff aus. Ich fuhr hinter Bernd und das Murmeltier ist auch auf mich zugerannt, ich hatte genug Platz zum Ausweichen denn Murmeltiere rennen nicht wirklich schnell haben aber beeindruckende Zähne.
An diesem Tag haben wir leider kein Murmeltier gesehen, uns jedoch an dem Sonnenschein und der schönen Tour erfreut, die mit der Überquerung des Col du Télégraphe einen schönen Abschluss fand.

Noch ein letztes Mal das reichhaltige Frühstück genossen, Klamotten gepackt und weiter geht die Fahrt nach Castellane, natürlich ist die erste Etappe wieder die Fahrt über den Col de Galibier.
5. Tag Castellane
Vorerst folgen wir noch der „Route de Grand Alps“ also nach dem „Col du Galibier“ über den „Col du Lauteret“ und weiter zum „Col d’Izoard“. Auf dem Izoard wurden wir von einer riesigen Baustelle überrascht. Wir fanden nicht mal einen Platz zum Parken für das obligatorische „Passbild“ (cool, ein Teekesselchen) und fuhren ohne Zwischenstopp gleich weiter in Richtung Süden. Am Col de Vars war relativ viel Verkehr, ich habe ihn kaum wahrgenommen. Mein Focus lag ohnehin auf dem „Col de la Bonette“, dem nächsten Etappenziel auf unserer Route. Auch dieser Pass lasst in mir schöne Erinnerungen erwachen. Auf unserer Tour YOLO 2015 waren wir hier und haben nette Fotos von uns auf dem Gipfel geschossen. Im letzten Jahr habe ich den Pass auf meinem Weg nach Nizza überquert und nun war ich wieder voller Vorfreude. Ich stehe auf die Kurven im Bereich des „Schwalbenschwanzes“ in der Nähe des Forts von Restefond. Die Damen und Herren von Griffe haben hier 2015 schon tolle Fotos von uns aufgenommen, sogar ein Gruppenbild.
In diesem Jahr hatten wir hier eine Premiere. Wenn wir uns als Gruppe verlieren gilt, wenn wir abbiegen wartet der letzte auf die Fehlenden hinter ihm. Der Umkehrschluss, wenn niemand wartet, ist niemand abgebogen. Bernd E. und ich haben Bernd P. und Volker auf der Auffahrt verloren. Die Beiden sind dann am Pass leider abgebogen und haben nicht, wie besprochen den Bogen über die höchste Stelle genommen. Ich hatte mich dort mit dem Fotoapparat im Anschlag auf die Lauer gelegt und mit Bernd gewartet und gewartet. Wir haben uns wirklich gesorgt.
Doch dann kam eine WhatsApp von Volker, „Wir fahren den Pass runter Richtung Nice“. Ok, wir verabredeten uns im nächsten Ort. Dort haben wir dann gemeinsam einen Kaffee getrunken und Leuten beim Boule zugesehen. Wir verließen die „Route de Grand Alps“ orientierten uns mehr in Richtung Westen. Ich war bei der Planung der Tour etwas skeptisch. Als Ziel den „Grand Canyon du Verdon“ aufzunehmen fand ich zwar prima, doch die Strecke dorthin hatte ich als Reizlos eingestuft. Ich wurde zum Glück extrem positiv überrascht. Die Strecke entpuppte sich als Abwechslungsreich und bot schöne Ausblicke z.B. auf den Lac de Castillon der bei dem tollen Wetter von vielen Wassersportlern bevölkert wurde.
Das Hotel

Ma Petite Auberge
Boulevard de la Republique 8
04120 Vastellane
+33 492836232

Im Hotel „Ma Petite Auberge“ haben wir uns für drei Nächte einquartiert. Die Lage des Hotels ist spitzenmäßig. Die von uns ausgesuchten Ziele die wir von hier aus ansteuern wollten waren gut zu erreichen. Kaffeetrinken in Nizza incl. „Rahmenprogramm“ (ca. 276 km) und der „Grand Canyon du Verdon“ (ca. 160 km)
Das Zimmer, das Bernd P. und ich uns teilten war „klein aber fein“. Es fehlte zwar „Lagerfläche“, überzeugte jedoch mit einer großen Dusche und einem guten Bett. Die Mopeds parkten im Innenhof hinter dem Hotel. Die Straße zu dem Parkplatz verlief direkt parallel zur Verdon.
Die Hauptstraße habe ich nicht als störend empfunden.
Das Frühstück war reichhaltig und der Kaffee recht gut. Rührei wurde angeboten was sehr schön war, doch hätte es für meinen Geschmack ruhig noch ein paar Minuten in der Pfanne bleiben dürfen. Nun habe ich gelernt, dass es neben Zweiminuteneiern auch Zweiminutenrühreier gibt.
Denke so bei mir, möglicherweise eine Variante für Leute die Helgoländer Eiergrog nicht mit rohen Eiern mögen.
6. Tag Rundfahrt Nizza, Monaco ...
Motto der diesjährigen Tour war ja „Auf einen Kaffee nach Nizza“. Das war an diesem Tag unser Ziel. Es war sehr warm und man erkannte schon von weitem unsere Nationalität. Wir, die Ausländer, sind die einzigen die sich bei diesem Wetter in Sicherheitskleidung zwängen. Die Einheimischen tragen wie immer ihre Sicherheitsflipflops und den Jethelm dessen Kinnriemen vorsichtshalber nicht geschlossen wird weil das Abnehmen sonst so lange dauert. Handschuhe, obwohl in Frankreich sogar in der „Bauart“ vorgeschrieben, lagern, wenn überhaupt vorhanden, unter der Sitzbank. Stellt sich die Frage, wer ist das „Weichei“, der Touri mit seiner Angst vor Asphaltkrätze, Schädelbruch und gebrochenen Extremitäten oder der Einheimische mit Angst vor Hitzeschlag, Schweißgeruch und Hautpilz. Die Lösung liegt wohl im Auge des Betrachters.

Wir quälten uns mit unserer Kleidung schon ganz schön, genossen die auf uns einwirkenden Eindrücke der Tour im Fahrtwind doch sehr. In Nizza fuhren wir, nachdem wir den Weg gefunden hatten, die „Promenade des Anglais“ einmal rauf und runter. Den Kaffee, das Ziel dieser Reise, nahmen wir im „Hard Rock Cafe“ Nizza zu uns.

So zufrieden mit uns, haben wir unser Ziel doch erreicht, wollten wir auch noch mal eben nach Monaco, Espresso am Casino.
Leider stiegen nicht nur die Temperaturen in ungeahnte Höhen, nein, das Verkehrsaufkommen entwickelte sich kongruent. Bedeutet, je wärmer es wurde desto geringer die Momente der Abkühlung im Fahrtwind. Die blicke auf das Mittelmeer, das wir nun von der Straße aus sehen konnten waren schon wirklich beeindruckend und schön. In Monaco manövrierte uns Bernd E. direkt durch ein Parkhaus an den Kai an dem die Luxusyachten festmachen. Das war schon ein Hammer und ein wirkliches Highlight dieser Tour. Wir schossen ein paar Selfies vor den Yachten und begaben uns auf den Weg in Richtung Casino. Dieses Etappenziel haben wir dann jedoch nicht erreicht. Das Verkehrsaufkommen, Umleitungen und Straßensperren die nur mit einem Rolls Royce oder Lambo passiert werden durften, hielten uns von unserem Vorhaben ab. Wir suchten einen Fluchtweg aus dem Moloch den wir nur mühsam fanden. Das Abbiegen in Richtung Éze führte uns zwar für eine Weile auf weniger befahrene Straßen und bescherte wieder herrliche Ausblicke auf Berge & Meer, änderte jedoch nichts an der Tatsache das wir wieder durch den höllischen Feierabendverkehr durch Nizza mussten. Wir waren extrem froh als wir dieser Hölle entflohen waren. Hecktisch begann in uns die Suche nach alternativen Strecken für den ersten geplanten Abschnitt für unsere Rückreise.
Wieder im Hotel mussten wir ganz dringend, noch in Motorradhosen, unseren Flüssigkeitshaushalt ausgleichen. Das hat gedauert machte uns aber mit zunehmendem Speicherstatus immer fröhlicher.
Aus der Suche nach einem Abendessen schlenderten wir durch die Altstadt und fanden in einem ansprechenden Restaurant („cote fontaine“) einen Platz im Freien. Nach erfolgter Stärkung und erfolgreichem Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts schlenderten wir weiter durch den Ort um ein Restaurant für den nächsten Abend zu suchen. In unserem Hotel hat uns die Speisekarte nicht so überzeugt. Wir wollten aber schon noch ein typisch französisches Menü probieren.
In einem Lokal hat uns die Menükarte schon angesprochen. Plan, hier gehen wir morgen essen.
7. Tag Rundfahrt "Grand Canyon du Verdon
Wir folgten ab dem Parkplatz vom Hotel der Straße parallel zum Fluss „Verdon“. Ausnahme, der Fluss nahm einen Weg immer weiter nach unten, unser Weg stieg immer weiter an. Wir passierten große Lavendelfelder. Leider war die Blütezeit schon vorbei und einige Felder schienen vertrocknet zu sein. Wir fuhren lange Zeit durch eine scheinbar menschenleere Landschaft, links und rechts Felder, meistens Lavendel, nur selten mal ein Fahrzeug und dann tauchte an der Straße eine kleine Holzbude auf. Davor parkten mehrere Autos und eine Ansammlung an Leuten standen an, um Lavendelhonig zu kaufen. Wochen später habe ich auf einer Messe verstanden warum. Ich habe auf einem Messestand den Angebotenen Lavendelhonig probiert und war begeistert. So sollte Honig immer schmecken. Ich haben mich schweren Herzens von 15,00 € getrennt um ein Glas dieser Köstlichkeit mein Eigen nennen zu dürfen. Hätte ich das nur schon auf der Tour gewusst. Der Honig war dort bestimmt günstiger.
Der Fluss hat eine bis zu 700 m tiefe Schlucht gegraben und wird unter den 12 größten Schluchten der Erde geführt. Bernd E. und Volker haben in der Nähe von Sainte-Croix-du-Verdon ein erfrischendes Bad im Lac de Sainte-Croix genommen. Bernd P. und ich haben uns mit einem Erfrischungsgetränk begnügt.
Auf dem Rückweg nach Castellane haben wir noch ein paar Stopps eingelegt um Fotos zu machen und die Blicke in die Schlucht auf uns wirken zu lassen.
Beeindruckende Landschaft und eine schöne motorradgeeignete Strecke.
Wieder in Castellane fanden wir in dem avisierten Lokal leider keinen Platz. Hätten reservieren sollen. Wir trotteten wieder in die Altstadt und kamen an einer sehr alten Kirche vorbei. Nach einem schüchternen Blick um die Ecke sind wir dann in die geöffnete Kirche gegangen und haben, für mich war es das erste Mal, Kerzen gekauft und angezündet. Es war schon ein besonderes Erlebnis, in unserer kleinen Gruppe, ausnahmsweise mal richtig zu schweigen und den ganz persönlichen Gedanken (Gedenken) nachzugehen.
Nach ein paar Schritten sind wir dann in einem Lokal eingekehrt, hätten lieber noch weiter suchen sollen, mein Essen war nicht so der Hit.
8. Tag Cuneo
Von nun an ging es wieder in Richtung Norden, der Heimat entgegen. Für diesen Tag stand ein besonderes Highlight auf dem Programm. Wir planten die Tour nach Cuneo über den Col de Tende (Colle di Tenda). Ich hatte schon einiges über diesen Pass gehört, er gehörte zu den wenigen großen Pässe der französischen Alpen, die ich noch nicht erfahren habe. Einige Aussagen klangen nach erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Ich dachte es erwarten mich ähnliche Anforderungen wie am „Col du Parpaillon“. Das war schon ne Hausnummer, doch ich war auch noch 7 Jahre jünger (also noch keine 60 +). In der Nacht vor dieser Etappe habe ich etwas unruhig geschlafen. Erschwerend kam ja noch hinzu, dass wir mit unserem Gepäck auf diese Tour gingen.
Laut Denzel wird sowohl der „Col du Parpaillon“ als auch der „Col de Tende“ mit SG 3-4 eingestuft. Bei trockener Strecke ist das für mich nicht nachvollziehbar. Der Tende ist zwar schon anspruchsvoll weil die Kehren sehr eng sind aber in meinen Augen kein Vergleich mit den Herausforderungen des Parpaillon. Möglicherweise sind in den letzten Monaten einige Streckenabschnitte befestigt worden die bisher schwierig waren.
Trotzdem waren wir froh als wir den Sattel des Passes erreichten und freuten uns auf die Kurvenreiche Route bis nach Cuneo.
Auf der Tagestour lag auch der Col de Turini, auch einer der Pässe die ich noch nicht kannte. Ich war beeindruckt.
Das Hotel

La Locanda del Bistrot die Vinai
Via Vittorio Amedeo Secondo 11
12100 Cuneo
+39 3286292588

Das Hotel „La Locanda del Bistrot die Vinai“ hat mich angenehm überrascht. Das Zimmer war sehr modern eingerichtet, bot ausreichend Platz, Matratze, Dusche und Bad machten einen sehr neuen, modernen Eindruck. Auf dem winzigen Balkon gab es einen Stuhl und einen kleinen Klapptisch. Prima!
Wir erkundeten ein wenig von der Stadt und suchten nach einem geeigneten Lokal für das Abendessen. Nach unserem Spaziergang landeten wir wieder in unserem Hotel, im dazugehörigen Restaurant und wurden angenehm überrascht. Eine große Auswahl an interessanten Gerichten, 10% Rabatt für Hausgäste und fähiges Personal. Was will der Gast mehr? Wir haben den Abend genossen und uns über die deutlich niedrigeren Preise im Vergleich zu Frankreich gefreut.
Das Frühstück war dann eine weitere, sehr positive Überraschung. Bei Anreise wurden wir gefragt ob wir ein süßes- oder deftiges Frühstück wünschen. Jeder durfte für sich wählen. Als wir fragten ob Rührei dabei sei verschwand der Mitarbeiter kurz in der Küche und meinte nach Rücksprache, Rührei sei bei dem deftigen Frühstück dabei. Wir bestellten vier Mal deftiges Frühstück.
Genau das erwartete uns dann am Morgen. Ausnahmsweise, siehe Foto. (Perfekt)
9. Tag Bormio
Nach einer erholsamen Nacht und dem perfekten Frühstück brachen wir zu unserem nächste Etappenziel, Bormio, auf.
Normalerweise tanken wir die Mopeds bevor wir unsere Unterkunft erreichen. An diesem Morgen mussten wir noch in Cuneo tanken. Hier lernten wir, es gibt verschiedene Preise für Selbstbedienung und Tankservice. Dafür stehen dann unterschiedliche Zapfsäulen zur Verfügung. Die mit der langen Schlange ist denn die Selfservice-Säule. Also etwas Geduld und Geld gespart.
Nun einen Weg aus der Stadt finden und die ca. 480 km unter die Räder nehmen. Große Highlights sind auf dieser Strecke nicht zu erwarten. Wir hatten die Strecke jedoch entlang des „Lago di Coma“ geplant. Ist ja schön da und wir wollten nicht nur Kilometer fressen sondern auch eine schöne Aussicht genießen. Was hatte uns bei der Planung bloß geritten? Wir sind kilometerweit bei irrer Hitze im Stau an dem See entlanggefahren. Zugegeben, es gab schon ein paar schöne Blicke auf den See und die Schönen und Reichen, doch das war diese Tortur nicht wert. Ziemlich kaputt und deutlich unterhopft erreichten wir unsere Unterkunft. Das „Hotel Meublè Sertorelli Reit“.
Das Hotel

Hotel Meublè Sertorelli Reit
Via Monte Baulio 4
23032 Bormio
+39 0342910820

Ich erwischte wieder ein geräumiges Zimmer mit großem Bad und Dusche, reichlich Lagerplatz und einem Schreibtisch an dem ich meine Kopien von den Chips auf die Platte ziehen und alle Akkus wieder laden konnte.
Nie war das „Frischmachen“ vor dem Abendessen so wertvoll und nötig wie heute.
Die Innenstadt begrüßte uns zwar mit netten Gebäuden doch gestaltete sich die Suche nach etwas Essbarem zu einer Challenge. Auf dem Marktplatz ergatterten wir einen Platz und verspeisten eine Lasagne. Hausgemacht, ja, war ein Argument, der Geschmack war auch wirklich gut, doch die Größe der Portion, kurz um, wir überfielen danach noch eine Pizzeria.
 
10. Tag Rundtour in den Alpen
Ein reichhaltiges Frühstück entfesselte unseren Tatendrang für das Vorhaben des Tages. Wir planten eine Rundtour durch die Alpen. Die Länge der Tour betrug nur 286 km, doch die waren mit einigen Höhepunkten gespickt.
Hier die Liste der Pässe:
Passo Foscagno (2291 m)
Passo Eira (2208 m)
Forcola di Livigno (2315 m)
Berninapass (Passo del Bernina) (2330 m)
Albulapass (2315 m)
Flüelapass (2383 m)
Ofenpass (Pass dal Fuorn) (2149 m)
Umbrailpass (Passo dell'Umbrail) (2503 m)
Bernd P. hat einen Kulturtag in Bormio eingelegt. Er wollte mal einen Tag ohne am Hahn zu drehen einlegen und die Versorgungssituation für den Abend ausloten.
Bernd E., Volker und ich haben uns bei herrlichstem Wetter der Kurvenorgie hingegeben. Ich kann es nicht anders beschreiben, auf diesen Tag hatte ich mich gefreut. Meine Erwartungen wurden, insbesondere auch durch das Wetter, bei weitem übertroffen. Ich möchte behaupten, ich habe jeden Kilometer dieser Tour in mich aufgesogen. Die Straße gelesen, die Aussichten genossen, die Düfte auf mich wirken lassen und mich einfach nur gefreut und mich wohl gefühlt.
Es war saugeil!
Wir haben in Levignio zollfreies Benzin gebunkert und uns eine anständige Pause in der Sonne gegönnt. Bei einem Kaffee ein paar Worte mit Deutsch sprechenden, italienischen Motorradfahrenden gewechselt und uns des Lebens erfreut.
Ich habe meine 360 °Kamera mal richtig genutzt und freue mich aktuell über die besonderen Aufnahmen.
Ich liebe den Geruch von heißen Bremsscheiben und Reifen mit Betriebstemperatur und ich stehe auf „artgerechte Haltung“ einer GS.
Der Abend fand im Restaurant"Alpi Food Bormio" (The Steak House) einen würdigen Abschluß.
11. Tag Ulm
Die Weiterreise von Bormio nach Ulm führte uns noch über diese Pässe:

Umbrailpass (Passo dell'Umbrail) (2503 m)
Reschenpass (Passo Resia) (1455 m)
Pillerhöhe (1600 m)
Hahntennjoch (1894 m)

Der Umbrailpass begann unweit unseres Ausgangspunktes. Wir starten leider bei Regen. In jeder engeren Kurve war eine vor sich hinschillernde Spur zu erkennen. Fett, Öl, wir waren uns nicht sicher, auf jeden Fall war diese Spur alles andere als vertrauenserweckend. Wir zirkelten unsere Mopeds immer vorsichtig daran vorbei. Das schlug etwas auf den Fahrspaß.
Nach dem Pass besserte sich das Wetter und die restliche Strecke konnten wir dann wieder genießen. In Nauders haben wir einen Tankstopp eingelegt und an der Tankstelle habe ich ein befreundetes Ehepaar aus Stade getroffen. Die beiden waren auf dem Weg in den Urlaub weiter im Süden. So klein ist die Welt.
Bernds Navi hat uns über einen, für uns neuen, Weg zur Pillerhöhe geführt. Genauer gesagt, ganz knapp vorbei. Doch der Anstieg durch die Gemeinde Fließ war echt beeindruckend. Schmale Straßen, enge Kehren und teilweise heftige Steigungen. Etwa 100 Meter vor der Passhöhe trafen wir auf die Gacher-Blick-Straße und bogen nach links darauf ab. An der Stelle hat es mich fast gelegt. Ich habe mich auf die Straße und den Verkehr konzentriert und nicht gesehen, dass ich direkt vor einem größeren Stein zum Halten gekommen war. Beim Anfahren bin ich dann mit eingeschlagenem Lenker über den Stein gefahren und habe mich über den unerwarteten seitlichen Versatz sehr gewundert. Über Imst gelangten wir dann zum Hahntenjoch. Als wir Imst verlassen hatten hielt Bernd E. auf dem nächsten Parkplatz an. Wir hatten schon länger keine Motorräder mehr gesehen und fragten uns ob die Strecke mittlerweile für alle Motorräder am Wochenende gesperrt sei. Über das Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch (was für ein Schwachsinn) von mehr als 95 db(A) waren wir informiert, doch uns kam kein Motorrad entgegen. Klar hatten wir auch über ein generelles boykottieren aller österreichischen Straßen nachgedacht. Ich habe beschlossen, einfach kein Geld mehr in Österreich auszugeben. Ich komme nicht umhin, ich möchte an dieser Stelle von einem Erlebnis am Hahntenjoch von vor einigen Jahren berichten. Ich war mit meinen Freunden auf den Weg in Richtung Süden. Bei schönem Wetter sind wir über das Hahntenjoch gefahren. Ich glaube es war kurz vor der Ortseinfahrt nach Taschbach als ich von mehreren Ducatis überholt wurde. Als ich dann in den Ort einfuhr rannte ein Mann mit einer Heugabel aus Holz über die Wiese in meine Richtung. Er sah so wütend aus das ich fürchtete er könne die Heugabel nach mir werfen. Ich habe zu dem Zeitpunkt ernsthaft über die Geräuschbelästigung durch einige „Kammeraden“ nachgedacht und auch nachvollziehen können, dass die Anwohner von dem Krach nicht begeistert sind. Nun bin ich sicher, anstatt nach vernünftigen, nachvollziehbaren Alternativen zu suchen haben solche „Wutbürger“ ihre Vorstellung von Demokratie durchgesetzt. Standgeräusch als Messlatte, die Krachmacher stehen nicht, sie fahren. Abhängig von der Geschwindigkeit werden Fahrgeräusche sicherlich deutlich von den Standgeräuschen abweichen, sind daher auch sicherlich näher an der „Belastungsgrenze“ der Anwohner als Standgeräusche. Geschwindigkeitskontrollen in den Orten, Lärmmessungen in den Orten, das hätte ich verstanden aber Sippenhaft, da hört es bei mir auf.
Und der Bruder „Selbstjustiz“ sollte sein Verhalten auch mal hinterfragen.
So, genug gemeckert, interessiert ja eh keinen Österreicher ob ich noch einen Urlaub dort plane oder nicht.
Weiter zu unserer Tour. Wir erwarteten Regen und haben daher den Weg in Richtung A7 eingeschlagen. Das Wetter hatte sich aber sehr positiv entwickelt. Wir haben deshalb die Autobahn verlassen und uns wieder auf Bundes- und Landstraßen begeben. In Ottobeuren haben wir uns ein Eis gegönnt. In Deutschland fühlt man sich beim Bezahlen eines Eises zwar deutlich erleichtert aber nicht beraubt.
 
Das Hortel

Ulmer Münster Hotel
Münsterplatz 14
89073 Ulm
+49 731/55218674

Mein Zimmer war super, klein aber wirklich fein. Dusche und Bad sehr groß, Bett gemütlich, Fenster nach hinten raus. Mich hat das Geläut nicht gestört.
In Ulm mussten wir durch Anwohnerstraßen bis in die Fußgängerzone fahren um das Hotel zu erreichen. Während Bernd P. sich um die Formalien kümmerte warteten wir mit den Motorrädern in der Fußgängerzone. Es dauerte nicht lange bis in Sichtweite ein Polizeiwagen in Stellung ging. Als Bernd mit den Schlüsseln auftauchte haben wir brav unsere Motorräder in den Innenhof des Hotels geschoben. Direkt danach war der Streifenwagen wieder weg.
Das Hotel lag direkt gegenüber des Domes, Bernd E. und Volker hatten einen fantastischen Ausblick auf das beeindruckende Gemäuer und auf die Glocken. Diese waren eher zu hören als zu sehen, und zwar regelmäßig und auch sehr früh am Morgen.
In Ulm sind wir ein wenig durch die Altstadt geschlendert und haben in einer Brauerei gespeist und ein paar Bier getrunken. War nicht so extrem beeindruckend.
Das Frühstück jedoch schon. Eine wirklich große Auswahl an auch besonders gesunden Dingen erwartete uns. Wie es so ist, wenn das Ambiente passt, passen auch die Gespräche. Wir haben uns bei unserem letzten gemeinsamen Frühstück Zeit gelassen und es sehr genossen.
12. Tag Heimfahrt
Das „Kilometerfressen“ auf der Autobahn ist nichts über das es sich lohnt großartig zu schreiben. Je näher man nach Hause kommt umso stärker kommt jeder weg von dem Wir-Gefühl der letzten Tage hin zu dem was muss ich in den nächsten Tagen erledigen, welche Aufgaben erwarten mich. Die Spannung in jedem einzelnen nimmt langsam zu und drückt bei dem Einen oder Anderen schon mal auf die Stimmung und Konzentration.
Gesund und munter erreichten wir unser zuhause und ließen bei einem gemeinsam Essen mit unseren Frauen die Tour ausklingen.
Nun heißt es wieder, fast ein Jahr warten auf die nächste Tour. Aber die Vorbereitungen laufen schon und die Vorfreude ist herzlich eingeladen.
Die Tour in Zahlen

Reisezeit: 17.08.2022 - 28.08.2022
Gefahrene km: 4417,7
Pässe: 47 (wenn ich keinen übersehen habe;-) 19 davon über 2000m)