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Schweden

"Mit dem Motorrad von Prenzlau nach Adriansnäs in Schweden"
Ende Mai wollte ich mich mit Freunden in Schweden zu einem Angelurlaub treffen. Vorher war aber das Motorradtreffen in Sternhagen ( Prenzlau ) angesagt. Die Schwedenfahrer nahmen meine Angelsachen und meine anderen Klamotten mit, denn ich hatte beschlossen mit dem Motorrad von Sternhagen aus nach Schweden nach zu fahren.

Anreise am 26.05. 2002
Rückreise am 01.06.2002

Anreise:
Morgens um halb sieben wach werden. Die Geräusche auf dem Zeltdach hören sich nicht gut an. Der Regen trommelt leicht aufs Dach. Egal! Aufstehen ist angesagt, denn die Fähre von Saßnitz nach Trelleborg wartet nicht. Rein in die Klamotten und ab zur Morgentoilette. Danach noch ein Frühstück einnehmen. Die Brote sind wie immer auf dem Motorradtreffen rechtzeitig fertig, und der Kaffe weckt die Lebensgeister. Leise ( den Freund nur nicht wecken ) zum Zelt zurück und die benötigten Sachen packen. Gott sei Dank muss ich das Zelt nicht im Regen abbauen und mitnehmen. Die Sachen schnell auf dem Motorrad verstaut. Vorsichtig verlasse ich das Gelände im Nieselregen. (Prenzlau, auch wenn das Wetter dieses Jahr nicht so gut war, nächstes Jahr bin ich wieder da).
Langsam ans Wetter und an die Straßenverhältnisse gewöhnt fahre ich auf der B109 Richtung Greifswald. Nach cirka 20 Kilometer sehe ich weit voraus blaues Blinklicht. Was da wohl passiert ist? Ein Autofahrer hat die Fahrbahnverhältnisse unterschätzt und ist bei einer Fahrbahnverschwenkung geradeaus in den Graben gefahren. Das Auto wird gerade auf einen Tieflader verladen und der Gegenverkehr muss warten. Vorsichtig fahre ich an der Unfallstelle vorbei und weiter Richtung Rügen. Wenn das Wetter nur nicht so schlecht wäre, dann könnte ich die schöne Gegend genießen. Aber leider muss ich mich stark auf den Verkehr konzentrieren. Ständig ist das Visier verschmutzt und dadurch das Sichtfeld stark beeinträchtigt. Die Temperatur ist auch nicht besonders hoch. Langsam kriecht die Kälte in die Glieder und die Sommerhandschuhe sind klitschenass. Ich entscheide mich zwischendurch zu einer kleinen Pinkelpause, bei der ich mir meinen Pullover anziehe und die Handschuhe wechsele. Weiter geht’s.
Kurz vor Greifswald wird das Wetter besser. Zwischen Greifswald und Stralsund scheint die Sonne. Es wird richtig warm und die Straße ist trocken. Zügig geht es jetzt weiter und das Visier ist auch klar. Ein Wohlfühlgefühl macht sich breit. So macht das Biken richtig Spaß. In Stralsund geht es über den Rügendamm Richtung Saßnitz.
Leider hat mich das schlechte Wetter wieder. Es regnet stark und langsam ziehen die Stiefel Wasser.
Durch schöne Waldgebiete und Dörfer geht’s nach Saßnitz/Mukran in den Fährhafen. Nach einer kurzen Pause bin ich auf der Fähre eingecheckt. Nachdem das Motorrad richtig verzurrt ist, suche ich mir ein warmes Plätzchen. Doch durch die Verdunstung des Wassers in den Klamotten wird mir nicht warm, sondern eher kalt. Die Überfahrt ist eine Entspannung, da ich mich nicht auf den Verkehr konzentrieren zu muss. Nach ca. 4 Stunden Überfahrt legen wir in Trelleborg an.
Hier stellt sich die Vorhersage für besseres Wetter leider nicht ein. Auch hier regnet es mal mehr oder weniger in Strömen.
Nützt alles nichts! Meine Freunde warten im Ferienhaus auf mich. Also fahre ich wieder auf meiner Yamaha 900 S Diverson Richtung Nordosten. Die Fahrt geht von Trelleborg über die Bundesstraße 108 zur Europastraße 65. Auf der E 65 bis nach Skurup und von dort über die B 102, B 104 und B 23 nach Höör, Hässleholm und weiter nach Växjö. Eigentlich ist es eine schöne bewaldete Gegend. Die Strecke ist gut ausgebaut und alle paar Kilometer wechselt die Fahrspur von einem auf zwei Spuren, so dass langsame Verkehrsteilnehmer wie LKWs überholt werden können. Doch bei dem Dauerregen bekomme ich davon nicht viel mit, da das Fahren meine volle Konzentration erfordert. An einem Sonntag, bei so schlechtem Wetter, herrscht allerdings wenig Verkehr und dadurch geht es zügig weiter. Von Växjö führt der Weg auf der B 23 an Aseda vorbei nach Högsby. In Högsby braucht die Yamaha erst mal einen vollen Tank und der Fahrer eine kurze Verschnaufpause. Nach kurzem Aufenthalt führt mich der Weg weiter nach Oskarshamn und von dort auf der E 22 weiter nach Figeholm. Das Wetter wird besser. Der Regen hört auf und es wird richtig warm, so als ob es überhaupt keinen Regen gegeben hätte. Die Straßen sind trocken und sehr gut befahrbar. Nun beginnt der letzte Teil der Reise. Von Figeholm geht es über Nebenstrecken Richtung Misterhult/Klintemala. Dies ist ein bewaldetes Gebiet, in dem es ist immer mit Wildwechsel zu rechnen ist. Mit meinen Gedanken bin ich beim Wildwechsel und beschließe deshalb langsam und vorsichtig zu fahren. So kurz vor dem Ziel, will ich kein unnötiges Risiko eingehen. Der Gedanke ist noch nicht ganz zu Ende gedacht, da kommt ein brauner Schatten von links auf die Straße gesprungen. Auf dem Fahrbahn bleibt das Reh erschrocken stehen und blickt in meine Richtung. Ich kann die Geschwindigkeit noch etwas herunter bremsen und dem Reh ausweichen. In wilder Panik springt es nach rechts, dabei trifft der Hinterlauf leicht meinen Vorderreifen. Es ist nichts weiter passiert und so können wir beide unseren Weg unverletzt fortsetzen. Mein Puls ist noch eine ganze Weile erhöht. Hier hat mein Schutzengel mir rechtzeitig eine Warnung zukommen lassen. Ich fahre langsam weiter und komme meinem Ziel näher. Ab Misterhult werde ich unsicher, weil es keine Beschilderung für die Reststrecke zum Ferienhaus gibt. Ich bin durchgefroren und habe keine Lust mich mehr zu verfahren. Also halte ich in Misterhult an und telefoniere mit den Freunden. Sie kommen mit dem Auto und fahren die letzten Kilometer vor mir her.
Am Ferienhaus angekommen, werden erst mal die nassen Sachen ausgezogen, schnell das Motorrad entladen und das Zimmer bezogen. Anschließend gibt es ein richtig gutes, leckeres Fischessen. Es ist alles schon vorbereitet. Der Hecht ist am Nachmittag frisch gefangen und am Abend zubereitet worden. Es ist himmlisch nach dieser anstrengenden Fahrt mit Freunden zusammen zu sitzen, die Zeit zu genießen und zu plaudern. So sitzen wir noch eine ganze Weile zusammen, erzählen Witze und Geschichten und trinken das eine oder andere Bier. Bis mir langsam die Augen zufallen und das Bett ruft!

Abreise:
Nach einer schönen, erholsamen und ereignisreichen Woche geht’s wieder zurück nach Hause. Ich bin rechtzeitig wach und packe meine Sachen, die von den anderen wieder mit zurück genommen werden müssen. Nach der Morgentoilette verschwinden die letzten Sachen im Packsack. Es wird alles auf den Rücksitz geschnallt. Nach einem gemütlichen Frühstück geht’s wieder auf „Große Fahrt“. Die Strecke in Schweden, ist die gleiche wie auf der Herfahrt. Doch diesmal sind die Vorzeichen ganz anders. Die Sonne lacht mir ins Gesicht. Obwohl es noch ziemlich kalt ist, freue ich mich auf’s Biken. Der erste Kilometer geht über eine Schotterpiste und dann weiter auf gut asphaltierten Straßen. Heute kann ich auch die schöne bewaldete Gegend genießen. Es ist zwar etwas mehr los auf den Straßen, aber dafür ist das Wetter hervorragend. Manchmal zieht sich die Straße wie ein langes, schwarzes Band schnurgerade durch die Wälder. Ich komme durch kleine malerische Dörfer. Die Holzhäuser sind schön gestrichen. In den Vorgärten blühen die Blumen und es duftet nach Sommer. Die Kilometer fliegen nur so dahin. Es ist wunderbar. Kurz vor Höör verfinstert sich der Himmel. Es wird doch nicht regnen wollen? Kurz danach geht’s auch schon los mit dem Regen. Es wird kalt und die ersten Tropfen prasseln herab. Na, das kann ja nett werden. Irgendwie scheint mich der Regen zu verfolgen. Meine Goretexbekleidung hält den Regen ab. Schlimmer haben es da die Fahrradfahrer, die mir einzeln oder in Gruppen entgegen kommen. Es scheint eine Fahrradrallye zu sein, denn die Radfahrer tragen Startnummern. Ich bedaure die Radler, sie haben es wesentlich schlechter als ich. Im strömenden Regen geht es weiter Richtung Trelleborg. Ca. 15 km vor Trelleborg hört der Regen genau so schnell auf, wie er begonnen hatte. Die letzten Kilometer geht es in strahlendem Sonnenschein zum Fährhafen. Nach dem Einchecken und dem Befestigen der Maschine, suche ich mir einen windgeschützten Platz an Deck. In einem Liegestuhl verbringe ich die Überfahrt nach Saßnitz. Dabei hole ich mir einen leichten Sonnenbrand, denn im Fahrtwind bekomme ich es nicht mit, wie die Sonne brennt. Es ist eine ganz ruhige See. Die Aussicht auf die Kreidefelsen von Rügen ist atemberaubend schön. Es ist das erste Mal, dass ich Rügen so sehe. Ich hoffe, es ist nicht das letzte Mal. Die Fähre legt ohne Probleme in Saßnitz an. Beim Verlassen der Fähre muss man ganz schön aufpassen, denn die Eisenbrücke ist gefährlich glatt für die Maschine. Alles geht gut und die Insel begrüßt mich mit strahlendem Sonnenlicht. Nun geht es Richtung Stralsund. Nach einem Tankstopp und einer kleinen Pause, fahre ich über die grüne Insel. Leider ist viel los auf den Straßen. In Stralsund biege ich Richtung Ribnitz-Damgarten ab und folge der E 22. Teilweise ist die Fahrbahn in schlechtem Zustand, aber das ändert sich bald. Mit dem Motorrad komme ich gut voran. Auf der E 22 geht es bis kurz vor Rostock weiter. Dann fahre ich auf der BAB 19 Richtung Berlin. Es wird Zeit, einige Kilometer zügig voran zukommen. Ich kann den „Eisenhaufen“ ( Yamaha 900 S Diverson ) laufen lassen. An der Abfahrt Krakow verlasse ich die Autobahn und fahre über kleine kurvenreiche Straßen nach Krakow. Danach folge ich der Bundesstraße 103 nach Plau am See. Es ist immer wieder schön durch Mecklenburg-Vorpommern zu fahren. Hier sind noch viele Alleen vorhanden und die Straßen gut befahrbar. Man hat immer wieder schöne Ausblicke auf die Seen. Von Plau am See führt mich die Strecke weiter Richtung Pritzwalk. Nach einem weiteren Tankstopp in Meyenburg geht es auf der Autobahn 24 weiter Richtung Hamburg. Nun kann mich nichts mehr aufhalten. Linke Spur und Feuer, denn die Heimat ruft. Bei der hohen Geschwindigkeit und der vollen Ladung hat das Motorrad richtig Durst. Ich mache noch einen Tankstopp. Ohne Unterbrechung geht es dann nach Hause. Langsam tut der Hintern weh. Den ganzen Tag auf dem Bock, das ist schon ein hartes Stück. Aber trotz der widrigen Bedingungen war es eine schöne Tour und ein tolles Erlebnis. Die Fahrt war toll! Ich würde so eine Tour gerne wieder machen, auch wenn es zwischendurch sehr anstrengend war.

Jürgen



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